Instar 9010 - Verbindung mit Tablet funktioniert / Google Pixel aber nicht

Moin,

ich bin jahrelang und, nach wie vor, hochzufriedener Kunde von Instar mit einer IN - 9010.

Allerdings bräuchte ich vielleicht einen Rat bei einem vermutlichen Kuriosum.

Die Kamera ist per WLAN mit gutem Signal von ca. 78 mit einem FritzRepeater 1200 AX verbunden, der selbst mit dem Router per WLAN verbunden ist. Das funktioniert seit Jahren hervorragend.

Nun erfolgt der Zugriff über den Browser lokal eines Windows 11 PCs, der per LAN an den Router angeschlossen ist. Dies funktioniert leider nicht, Time Out.

Der Zugriff über mein Google Pixel lokal über die App funktioniert nicht - stets erscheint die Meldung Kamera kann nicht erreicht werden.

Der Zugriff über mein Google Pixel extern über Wireguard über den Router funktioniert ebenfalls seit kurzem nicht mehr.

Der Zugriff über mein Android Tablet lokal über die App funktioniert stets einwandfrei. Die Einstellungen in der App sind identisch mit denen in des Pixels. AppVersion 1.7.6. (203)

Das ganze Kuriosum tritt verdächtig nah seit einem FritzOS Update des Repeaters 1200 AX auf 8.20 auf. Ein Neustart der Kamera verändert das Verhalten nicht. Ich schließe ein Problem seitens Instar aus und vermute den Fehler bei mir, bräuchte aber einen Rat, wo ich ansetzen könnte. Merkwürdig ist, dass der Zugriff über das Tablet eben stets funktioniert.

Hinweis: Ggf. wird in wenigen Monaten im Zuge des Glasfaserausbaus die Hausverkabelung erweitert und die Kamera direkt angeschlossen, obwohl bisher alles stets hervorragend funktionierte.

Danke und Gruß Cnyder

Sind Einstellungen in der Fritzbox anders bei den beiden Geräten? Ist das Pixel per Gastnetzwerk verbunden oder die Klienten Isolierung aktiv?

Kann man mit dem Problem-Handy auf andere Geräte im lokalen Netz zugreifen - z.B. den Router?

Oder ist die „Kindersicherung“ aktiv?

Oder verbindet sich das Handy mit einem anderen Access-Point - WLAN Repeater, usw. - anstelle des Hauptrouter?

Zur Netzwerktopografie hinsichtlich der Kamera

  1. Router (Mesh-Master) Fritzbox 7490 mit FritzOS 7.62, verbunden per WLAN (2,4 Ghz (144/144) Mbit / 5 Ghz (351/325) Mbit) mit FritzRepeater 1200 AX FritzOS 8.20.

  2. Repeater (Mesh-Repeater) FritzRepeater 1200 AX FritzOS 8.20 verbunden per WLAN (2,4 Ghz Verbindung “aktiv” oder manchmal “~(21/52) Mbit”) mit Instar 9010 FHD (mit WLAN Antenne WLAN Signal 74% laut Instar WLAN Konfiguration mit Einstellung “Wenn vorhanden mit bevorzugter BSSID” aktiv auf die MAC des Repeaters 1200 AX) Firmware 4.2.2.20 WebUi 3.3.

Sämtliche Geräte im Netzwerk befinden sich nicht im GastWlan (Das Gastwlan ist grundsätzlich nicht aktiv) und alle WLAN Geräte dürfen untereinander kommunizieren.

Die Kindersicherung im Meshmaster ist bereits jahrelang aktiv und betrifft alle Geräte. Testweise habe ich nun die Kindersicherung für die Kamera und das problematische Pixel entfernt, jedoch entsteht keine Änderung.

Temporäre Lösung: Nach Neustart des Repeaters oder der Kamera funktioniert sowohl der Zugriff über den Browser des Desktop PCs wieder als auch lokal über die App des Pixels - allerdings lediglich ein paar Tage. Ich vermute sehr stark, dass die Steuerung durch den Meshmaster die Wlan - Verbindung nach ein paar Tagen beeinträchtigt - warum auch immer. Kann diese Vermutung plausibel sein?

Würde die Änderung der Einstellung in der Kamera “Wenn vorhanden mit bevorzugter BSSID” auf aus etwas bringen? Diese Einstellung hatte ich erst aktiviert, als das Problem auftrat Ende letzten Jahres.

Ansonsten werde ich mich dann wohl bis zur Erweiterung der Hausverkabelung im Zuge des Glasfaserausbaus gedulden und bis dahin jeweils nach ein paar Tagen mit dem Tablet einen Neustart des Repeaters oder der Kamera durchführen.

Vielen Dank für die Hinweise! Ich bin sehr zufrieden mit dem Produkt und auch der Software-Unterstützung.

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Aus dem Bauch heraus würde ich vermuten, dass es besser ist, wenn man diese Option ausschaltet, da ohnehin der Mesh-Master die Datenströme lenkt. Und der Mesh-Rückkanal zum Master kostet auch Bandbreite, dann soll der Master gleich selber entscheiden.

(tl;dr ganz unten.)

Das hier macht mich stutzig. Zuerst hatte ich an ein DHCP-Problem gedacht: Hast Du mal testweise der Kamera eine feste IP gegeben und im Browser/auf dem problematischen Telefon diese IP angegeben, nicht einen eventuellen DNS-Namen der Kamera?

Das wäre die einfache Lösung. Falls das nicht hilft, dann könnte es unangenehmer werden: Ich habe nämlich genau dieses Symptom (Geräte in einem WLAN sind nach einiger Zeit von bestimmten Geräten aus nicht mehr erreichbar, von anderen dagegen schon) schon einmal gesehen. Nach eingehender Suche stellte sich damals heraus, daß die Ursache das ARP-caching des WLAN-Netzes war. Dies abgeschaltet, und das Problem ward nie wieder gesehen. Und übrigens ging es bei mir damals ebenfalls um Android-Geräte.

Hintergrund: ARP ist das Protokoll, mit dem die Ethernet-MAC eines Endgerätes einer IP zugeordnet wird. Frames auf der Netzwerk-Ebene werden immer an die MAC adressiert. Damit der Absender weiß, an wen er er ein Paket adressieren muß, liefert ihm ARP die MAC für die gewünschte IP des Empfängers.

Dieses ARP arbeitet mit Broadcasts, d.h. immer dann, wenn ein Sender die MAC des Empfängers nicht kennt, wird ein Broadcast „who has IP xx“ ins Netz geschickt, auf die sich der Empfänger mit der gesuchten IP meldet und seine MAC zurückliefert.

Nun sind Broadcasts im WLAN aber sehr langsam, weil sie aus Kompatibilitätsgründen mit einer sehr niedrigen Übertragungsrate gesendet werden. Das bremst ein modernes WLAN stark herunter. Hierfür hat man sich nun „ARP caching“ ausgedacht: Der WLAN Access Point merkt sich die MACs aller WLAN-Clients, die sich an ihm angemeldet haben. Fragt nun jemand im LAN nach einer dieser Adressen, so schickt der AP nicht etwa den Broadcast aus dem LAN weiter ins WLAN, sondern antwortet selbst auf die Anfrage - schließlich weiß er ja, wer gesucht ist.

Und dabei kann jetzt einiges schiefgehen. Unter Umständen akzeptiert der Anfragende die Antwort z.B. aus Sicherheitsgründen nicht, weil sie offensichtlich nicht vom echten MAC-Inhaber stammt - die Antwort ist ja schließlich gefälscht, wenn auch mit guter Absicht. Jedenfalls gibt es an dieser Stelle mögliche Kompatibilitätsprobleme.

Nun konnte ich keine Angabe dazu finden, ob das AVM-Mesh mit ARP caching arbeitet oder nicht. Ich könnte es mir gut vorstellen, denn wenn Broadcasts schon in einem normalen WLAN-Netz langsam sind, dann müssten sie ein Mesh (in dem diese Broadcasts auch noch mehrfach weitergeleitet und dafür wiederholt werden müssen) erst recht zäh werden lassen. Das dumme ist, daß die FritzBox auch keinen offensichtlichen Schalter anbietet, mit dem sich solche Optimierungen ausschalten ließen.

tl;dr: Ich würde als erstes alle möglichen Optimierungen in der FritzBox deaktivieren. Das wäre z.B. unter WLAN/Sicherheit „AVM Stick & Surf“ und „Unterstützung für PMF“ (dafür ggf. die Verschlüsselung auf WPA2-only zurückstellen), sowie „Sicherheitseinstellungen auf Kompatibilität optimieren“ EINschalten. Vielleicht wird dann auf solche Tricks verzichtet, die zwar die Performance verbessern, aber die Kompatibilität verschlechtern.

Als nächstes könnte man versuchen, wenigstens einmal den Repeater zu entfernen und von „Mesh“ auf „normales WLAN“ zurückzugehen, selbst wenn dann der Empfangspegel an der Kamera schlechter wird.

Falls das immer noch nicht hilft (und falls ARP-caching wirklich das Problem ist) dann geht es mit der FritzBox einfach nicht anders. In dem Fall müsste man sich überlegen, ob man nicht „richtige“ WLAN-APs an Stelle der FritzBox mit ihrem Mesh einsetzen kann.

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Vielen Dank für die ausführlichen, hochinteressanten und mir technisch unbekannten Antworten.

Zunächst habe ich die “Bevorzugung der BSSID” ausgeschaltet und warte auf das erneute Auftreten des problematischen Verhaltens.

Für den Zugriff auf die Kamera vom Desktop nutze ich bereits ausschließlich die direkte IP-Adresse. Auch über das problematische Pixel-Phone funktionierte dies über den Aufruf über die direkte IP-Adresse im Browser nicht.

Bei erneutem Auftreten des Problems, vermutlich in den nächsten Tagen, werde ich den Anweisungen folgen und die Optimierungen in der Fritzbox dann deaktivieren und die Kompatibilitätsfunktion einschalten.

Etwas, das ich bisher nicht getestet habe, ist der Zugriff auf die Kamera mittels direktem Browser-Aufruf der IP-Kamera auf dem genannten immer funktionierenden Android-Tablet, während die anderen Geräte keinen Zugriff hatten.

Ich werde weiter berichten.

Nochmals vielen Dank.

Ich bin auf ein mögliches Detail gestoßen, dass Dein Hinweis auf dieses ARP-Caching goldrichtig ist.

Der Meshmaster (7490) zeigt im sowohl in der Mesh-Übersicht als auch in den Netzwerkverbindungen den Namen der Kamera an.

Der Meshrepeater (1200AX) zeigt in seiner Benutzeroberfläche unter dem Punkt “WLAN” unter Funknetz statt dem Gerätenamen der Kamera lediglich die MAC-Adresse an und rechts daneben in der Spalte IP-Adresse eben die richtige IP der Kamera.

Könnte dieses Verhalten ein Indiz auf dieses ARP-Caching sein?

Beim nächsten Zugriffproblem werde ich definitiv Deinen Anweisungen folgen bezüglich der Optimierungen und Kompatibilitätseinstellung.

Danke!