(tl;dr ganz unten.)
Das hier macht mich stutzig. Zuerst hatte ich an ein DHCP-Problem gedacht: Hast Du mal testweise der Kamera eine feste IP gegeben und im Browser/auf dem problematischen Telefon diese IP angegeben, nicht einen eventuellen DNS-Namen der Kamera?
Das wäre die einfache Lösung. Falls das nicht hilft, dann könnte es unangenehmer werden: Ich habe nämlich genau dieses Symptom (Geräte in einem WLAN sind nach einiger Zeit von bestimmten Geräten aus nicht mehr erreichbar, von anderen dagegen schon) schon einmal gesehen. Nach eingehender Suche stellte sich damals heraus, daß die Ursache das ARP-caching des WLAN-Netzes war. Dies abgeschaltet, und das Problem ward nie wieder gesehen. Und übrigens ging es bei mir damals ebenfalls um Android-Geräte.
Hintergrund: ARP ist das Protokoll, mit dem die Ethernet-MAC eines Endgerätes einer IP zugeordnet wird. Frames auf der Netzwerk-Ebene werden immer an die MAC adressiert. Damit der Absender weiß, an wen er er ein Paket adressieren muß, liefert ihm ARP die MAC für die gewünschte IP des Empfängers.
Dieses ARP arbeitet mit Broadcasts, d.h. immer dann, wenn ein Sender die MAC des Empfängers nicht kennt, wird ein Broadcast „who has IP xx“ ins Netz geschickt, auf die sich der Empfänger mit der gesuchten IP meldet und seine MAC zurückliefert.
Nun sind Broadcasts im WLAN aber sehr langsam, weil sie aus Kompatibilitätsgründen mit einer sehr niedrigen Übertragungsrate gesendet werden. Das bremst ein modernes WLAN stark herunter. Hierfür hat man sich nun „ARP caching“ ausgedacht: Der WLAN Access Point merkt sich die MACs aller WLAN-Clients, die sich an ihm angemeldet haben. Fragt nun jemand im LAN nach einer dieser Adressen, so schickt der AP nicht etwa den Broadcast aus dem LAN weiter ins WLAN, sondern antwortet selbst auf die Anfrage - schließlich weiß er ja, wer gesucht ist.
Und dabei kann jetzt einiges schiefgehen. Unter Umständen akzeptiert der Anfragende die Antwort z.B. aus Sicherheitsgründen nicht, weil sie offensichtlich nicht vom echten MAC-Inhaber stammt - die Antwort ist ja schließlich gefälscht, wenn auch mit guter Absicht. Jedenfalls gibt es an dieser Stelle mögliche Kompatibilitätsprobleme.
Nun konnte ich keine Angabe dazu finden, ob das AVM-Mesh mit ARP caching arbeitet oder nicht. Ich könnte es mir gut vorstellen, denn wenn Broadcasts schon in einem normalen WLAN-Netz langsam sind, dann müssten sie ein Mesh (in dem diese Broadcasts auch noch mehrfach weitergeleitet und dafür wiederholt werden müssen) erst recht zäh werden lassen. Das dumme ist, daß die FritzBox auch keinen offensichtlichen Schalter anbietet, mit dem sich solche Optimierungen ausschalten ließen.
tl;dr: Ich würde als erstes alle möglichen Optimierungen in der FritzBox deaktivieren. Das wäre z.B. unter WLAN/Sicherheit „AVM Stick & Surf“ und „Unterstützung für PMF“ (dafür ggf. die Verschlüsselung auf WPA2-only zurückstellen), sowie „Sicherheitseinstellungen auf Kompatibilität optimieren“ EINschalten. Vielleicht wird dann auf solche Tricks verzichtet, die zwar die Performance verbessern, aber die Kompatibilität verschlechtern.
Als nächstes könnte man versuchen, wenigstens einmal den Repeater zu entfernen und von „Mesh“ auf „normales WLAN“ zurückzugehen, selbst wenn dann der Empfangspegel an der Kamera schlechter wird.
Falls das immer noch nicht hilft (und falls ARP-caching wirklich das Problem ist) dann geht es mit der FritzBox einfach nicht anders. In dem Fall müsste man sich überlegen, ob man nicht „richtige“ WLAN-APs an Stelle der FritzBox mit ihrem Mesh einsetzen kann.